IT-Glossar: Fachbegriffe einfach erklärt
Letztes Update: 03.10.2026
IT- und Finanzwissen von A bis Z
Was bedeutet Decisioning? Was ist eine Avalbuchhaltung? Und worin unterscheiden sich KI-Assistenten und KI-Agenten? In unserem Glossar erklären wir wichtige Fachbegriffe aus Finanzwirtschaft, Softwareentwicklung, künstlicher Intelligenz, Business Intelligence, IT-Betrieb, IT-Sicherheit und Risikomanagement – verständlich und praxisnah.
Glossar A–Z
A
Application Management bezeichnet die Betreuung, Wartung und Weiterentwicklung von Softwareanwendungen während ihres laufenden Betriebs. Dazu gehören je nach Leistungsumfang unter anderem technischer und fachlicher Support, Fehlerbehebung, Updates und Releases, Benutzer- und Berechtigungsmanagement, Monitoring sowie die Anpassung von Anwendungen an neue fachliche oder regulatorische Anforderungen. Unternehmen können das Application Management vollständig oder für einzelne Anwendungen an einen externen IT-Dienstleister übertragen. EXEC bietet Application Management und IT-Betrieb insbesondere auch für geschäftskritische Anwendungen und regulierte Unternehmensumgebungen an.
Die Avalbuchhaltung dient der Verwaltung und buchhalterischen Erfassung von Bürgschaften und Garantien. Anders als bei einem klassischen Kredit fließt bei der Übernahme einer Bürgschaft zunächst kein Geld; stattdessen übernimmt der Bürge eine Eventualverbindlichkeit für einen Dritten. Die Avalbuchhaltung bildet unter anderem Bürgschafts- und Garantieobligo, Haftungsanteile, Rückbürgschaften, Tilgungen und Veränderungen bestehender Engagements ab. Für Bürgschaftsbanken ist sie damit ein zentraler Bestandteil der Bestandsverwaltung. In fides 4 unterstützt EXEC diese Prozesse innerhalb des Bürgschafts- und Garantiemanagements.
B
Beteiligungsmanagement umfasst die Verwaltung und Steuerung von Unternehmensbeteiligungen über ihren gesamten Lebenszyklus. Dazu gehören beispielsweise Akquisition und Anfragenbearbeitung, Due Diligence, Entscheidung und Vertragsabschluss, Beteiligungsbuchhaltung, Controlling, Unternehmens- und Engagementbewertung, Entgeltabrechnung, Refinanzierung sowie Rückführung oder Veräußerung einer Beteiligung. Professionelles Beteiligungsmanagement verbindet damit operative, kaufmännische und risikoorientierte Prozesse. EXEC bietet hierfür spezialisierte Fachsoftware für Beteiligungsgesellschaften und Förderinstitute.
Eine Bonitätsprüfung bewertet die Fähigkeit und voraussichtliche Bereitschaft einer Person oder eines Unternehmens, finanzielle Verpflichtungen vertragsgemäß zu erfüllen. Dafür können interne Informationen mit externen Daten kombiniert werden, beispielsweise Angaben von Wirtschaftsauskunfteien, Zahlungsverhalten, Jahresabschlussdaten oder vorhandene Kredit- und Risikoinformationen. Bonitätsprüfungen sind unter anderem bei Kredit-, Finanzierungs- und Vertragsentscheidungen relevant. Mit automatisiertem Decisioning lassen sich Datenquellen, Prüfregeln und Entscheidungsprozesse miteinander verbinden und Bonitätsprüfungen effizient in Geschäftsprozesse integrieren.
Business Intelligence, kurz BI, bezeichnet Methoden und Technologien zur systematischen Aufbereitung, Analyse und Visualisierung von Unternehmensdaten. Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen werden zusammengeführt und beispielsweise über Kennzahlen, Reports und Dashboards für operative und strategische Entscheidungen nutzbar gemacht. Häufig bildet ein Data Warehouse die zentrale Datenbasis für Business Intelligence. BI hilft dabei, Entwicklungen, Zusammenhänge, Risiken und Potenziale in großen Datenbeständen zu erkennen. EXEC bietet mit fidesDWH-BI eine spezialisierte Business-Intelligence-Lösung für Bürgschaftsbanken und Förderinstitute.
Eine Bürgschaftsbank ist ein spezialisiertes Förderinstitut, das insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründungen durch die Übernahme von Bürgschaften unterstützt. Fehlen für eine Finanzierung ausreichende bankübliche Sicherheiten, kann eine Bürgschaft einen Teil des Ausfallrisikos der finanzierenden Hausbank absichern und dadurch den Zugang zu Krediten erleichtern. Bürgschaftsbanken sind damit ein Bestandteil der Wirtschaftsförderung. Für die Bearbeitung und Verwaltung von Bürgschaften und Garantien werden spezialisierte Prozesse und IT-Systeme benötigt.
Bürgschaftsmanagement umfasst die Verwaltung und Steuerung von Bürgschaften und Garantien über ihren gesamten Lebenszyklus. Dazu gehören unter anderem Antrag und Bewilligung, Risikoübernahmeverträge, Sicherheitenverwaltung, Bestandsverwaltung und Avalbuchhaltung, Entgeltabrechnung, Risikovorsorge sowie die Bearbeitung von Ausfällen und Regressforderungen. Bei Bürgschaftsbanken werden diese komplexen und teilweise regulatorisch relevanten Prozesse durch spezialisierte Fachsoftware unterstützt. EXEC bietet hierfür mit fides 4 eine Softwarelösung für das Bürgschafts- und Garantiemanagement.
C
Cloud Computing bezeichnet die bedarfsgerechte Bereitstellung von IT-Ressourcen und Anwendungen über eine Netzwerkverbindung. Statt Server, Speicher oder Software ausschließlich auf der eigenen lokalen Infrastruktur zu betreiben, können Unternehmen Rechenleistung, Speicherplatz, Plattformen oder Anwendungen aus einer Cloud beziehen. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Betriebsmodelle wie Public Cloud, Private Cloud oder Community Cloud infrage. Für Unternehmen spielen bei der Auswahl einer Cloud-Lösung neben Skalierbarkeit und Verfügbarkeit insbesondere Datenschutz, Informationssicherheit, Datenstandort und digitale Souveränität eine wichtige Rolle.
Eine Community Cloud ist eine Cloud-Infrastruktur, die für einen abgegrenzten Kreis von Organisationen mit ähnlichen Anforderungen bereitgestellt wird. Im Unterschied zur öffentlichen Public Cloud teilen sich nicht beliebige Kunden die Umgebung. Eine Community Cloud kann beispielsweise auf die besonderen Anforderungen einer Branche hinsichtlich Datenschutz, Informationssicherheit, Regulierung oder Datenstandort zugeschnitten werden. Das Modell verbindet Vorteile einer gemeinsam genutzten Infrastruktur mit stärkerer Kontrolle über Betriebsbedingungen und Teilnehmerkreis. EXEC nutzt das Community-Cloud-Konzept unter anderem für den sicheren Einsatz von KI-Lösungen.
Compliance bezeichnet die Einhaltung gesetzlicher, regulatorischer, vertraglicher und unternehmensinterner Vorgaben. Dazu können beispielsweise Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit, Risikomanagement, Geldwäscheprävention oder interne Kontrollsysteme gehören. Besonders in regulierten Branchen wie der Finanzwirtschaft müssen relevante Vorgaben in Geschäftsprozessen berücksichtigt und deren Einhaltung nachvollziehbar dokumentiert werden. Software kann Compliance-Prozesse unterstützen, etwa durch Berechtigungskonzepte, Vier-Augen-Prinzipien, Protokollierung sowie automatisierte Sanktionslisten- und PEP-Prüfungen.
Credit Management umfasst die systematische Steuerung von Kredit- und Ausfallrisiken im Zusammenhang mit Kunden, Geschäftspartnern oder Finanzierungsentscheidungen. Dazu gehören beispielsweise Bonitätsprüfung, Kreditlimitierung, Risikoklassifizierung, laufende Überwachung und die Festlegung von Entscheidungsregeln. Ziel ist es, wirtschaftliche Chancen zu nutzen und gleichzeitig mögliche Zahlungsausfälle kontrollierbar zu machen. Durch automatisiertes Decisioning können interne Daten, externe Auskunfteien und individuelle Prüfregeln in Credit-Management-Prozesse eingebunden werden.
D
Ein Data Warehouse, kurz DWH, ist eine zentrale Datenbasis, in der Daten aus unterschiedlichen operativen Systemen zusammengeführt, strukturiert und für Analysen bereitgestellt werden. Die Daten werden typischerweise über ETL-Prozesse aus verschiedenen Quellen übernommen, vereinheitlicht und historisiert. Anders als operative Datenbanken ist ein Data Warehouse vor allem für Auswertungen, Reporting und Business Intelligence ausgelegt. Dadurch können Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen gemeinsam analysiert und Entwicklungen über längere Zeiträume betrachtet werden.
Datensouveränität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, die Kontrolle über ihre Daten und deren Nutzung zu behalten. Dazu gehört zu wissen und bestimmen zu können, wo Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen darf, für welche Zwecke sie verarbeitet werden und unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen dies geschieht. Datensouveränität geht damit über den reinen Datenschutz hinaus. Besonders beim Einsatz von Cloud- und KI-Diensten spielen Datenstandort, Betreiber, Zugriffsrechte, Verschlüsselung sowie mögliche Zugriffe ausländischer Behörden eine wichtige Rolle.
Eine Decision Engine ist eine Softwarekomponente, die Daten anhand definierter Regeln, Modelle und Entscheidungskriterien automatisiert bewertet und daraus Entscheidungen oder Handlungsempfehlungen ableitet. Sie kann beispielsweise Bonitätsinformationen, interne Kundendaten, Auskunfteien oder Compliance-Daten verarbeiten und daraus Freigaben, Ablehnungen oder weitere Prüfschritte bestimmen. Decision Engines werden insbesondere bei hohen Fallzahlen und wiederkehrenden Entscheidungen eingesetzt. Sie bilden häufig den technischen Kern eines automatisierten Decisioning-Systems.
Decisioning bezeichnet die automatisierte Prüfung, Bewertung und Entscheidungsfindung auf Basis definierter Regeln und verfügbarer Daten. Unternehmen und Finanzinstitute nutzen Decisioning beispielsweise für Bonitätsprüfungen, Kreditentscheidungen, Risikobewertungen, Betrugsprävention und Compliance-Prüfungen. Dabei können interne Daten mit Informationen externer Datenquellen wie Auskunfteien, Sanktionslisten oder PEP-Daten kombiniert und in Echtzeit verarbeitet werden. EXEC bietet mit eDecision ein modulares Decisioning-System für Credit-, Risk- und Fraudmanagement.
Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit von Unternehmen und Organisationen, ihre digitale Infrastruktur, Technologien und Daten möglichst selbstbestimmt zu nutzen und Abhängigkeiten kontrollieren zu können. Dazu gehören unter anderem die Wahl von Software- und Cloud-Anbietern, Kontrolle über Unternehmensdaten, offene Schnittstellen, Wechselmöglichkeiten sowie die Kenntnis der geltenden Rechtsräume. Digitale Souveränität bedeutet dabei nicht zwingend, sämtliche IT selbst zu betreiben. Entscheidend ist, technologische Abhängigkeiten, Datenzugriffe und Betriebsmodelle bewusst beurteilen und gestalten zu können.
Ein Dokumentenmanagementsystem, kurz DMS, dient der zentralen digitalen Verwaltung von Dokumenten und den dazugehörigen Informationen. Dokumente können erfasst, strukturiert abgelegt, recherchiert, versioniert und abhängig von Berechtigungen für Benutzer oder Geschäftsprozesse bereitgestellt werden. Moderne DMS-Lösungen werden häufig über Schnittstellen mit Fachanwendungen, ERP- oder CRM-Systemen verbunden. Dadurch können Dokumente direkt dem jeweiligen Geschäftsvorgang zugeordnet und Medienbrüche reduziert werden.
DORA steht für Digital Operational Resilience Act und bezeichnet die EU-Verordnung zur digitalen operationalen Resilienz des Finanzsektors. Sie stellt einheitliche Anforderungen an den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologie-Risiken und gilt seit dem 17. Januar 2025. Zu den zentralen Bereichen gehören IKT-Risikomanagement, Behandlung und Meldung von IKT-bezogenen Vorfällen, Tests der digitalen operationalen Resilienz sowie das Management von Risiken durch externe IKT-Drittdienstleister. DORA betrifft insbesondere Finanzunternehmen sowie bestimmte für sie tätige IKT-Dienstleister.
E
Eine Einzelwertberichtigung, kurz EWB, dient dazu, erkennbare Ausfallrisiken einzelner Forderungen oder Engagements bilanziell zu berücksichtigen. Bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass eine Forderung nicht vollständig zurückgezahlt werden kann, wird ihr Wert entsprechend dem erwarteten Verlust korrigiert. In der Finanzwirtschaft kann die Ermittlung einer EWB unter anderem auf Risikoeinstufungen, Engagementbewertungen, Sicherheiten und weiteren wirtschaftlichen Informationen basieren. Spezialisierte Fachsoftware kann die Berechnung, Dokumentation, Freigabe und Übergabe der ermittelten Werte an die Finanzbuchhaltung unterstützen.
Engagementbetreuung bezeichnet die laufende Bearbeitung und Überwachung einer Geschäftsbeziehung oder Finanzierung über deren gesamten Lebenszyklus. In der Förder- und Finanzwirtschaft kann sie beispielsweise Bürgschaften, Garantien, Kredite oder Beteiligungen umfassen. Zur Engagementbetreuung gehören je nach Geschäftsmodell unter anderem Vertragsverwaltung, wirtschaftliche Beurteilung, Rating, Sicherheitenverwaltung, Risikovorsorge, Abrechnung sowie die Überwachung von Fristen und Zahlungen. Ziel ist eine strukturierte und nachvollziehbare Betreuung eines Engagements von der Antragstellung bis zu seiner Beendigung.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Daten so, dass sie grundsätzlich nur auf den Endgeräten der vorgesehenen Kommunikationspartner im Klartext verfügbar sind. Die Inhalte werden beim Absender verschlüsselt und erst beim berechtigten Empfänger wieder entschlüsselt. Dadurch sollen zwischengeschaltete Systeme und Übertragungswege keinen Zugriff auf die unverschlüsselten Inhalte erhalten. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird beispielsweise für vertrauliche Nachrichten und Dokumente eingesetzt und unterscheidet sich von einer reinen Transportverschlüsselung, die vor allem die Übertragung zwischen einzelnen Kommunikationspunkten schützt.
ETL steht für Extract, Transform, Load und bezeichnet einen Prozess zur Übernahme und Aufbereitung von Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen. Zunächst werden die benötigten Daten aus den Quellen extrahiert, anschließend vereinheitlicht, bereinigt oder fachlich transformiert und schließlich in ein Zielsystem wie ein Data Warehouse geladen. ETL-Prozesse sind eine wichtige Grundlage für Business Intelligence, Reporting und Datenanalysen, weil sie Daten aus unterschiedlichen Anwendungen in einer konsistenten Struktur zusammenführen.
F
Eine Förderbank ist ein Kreditinstitut mit dem Auftrag, wirtschafts-, struktur- oder gesellschaftspolitische Förderziele zu unterstützen. Förderbanken stellen beispielsweise Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründungen, Unternehmen, Innovationen, Wohnungsbau, Infrastruktur oder Klimaschutz bereit. Je nach Förderprogramm erfolgt die Finanzierung direkt oder in Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken und weiteren Förderinstituten. Aufgrund ihrer besonderen Aufgaben verfügen Förderbanken über spezialisierte Prozesse für Antrag, Bewilligung, Risikobewertung, Bestandsverwaltung und Reporting.
Fraud Management bezeichnet die systematische Erkennung, Bewertung, Vermeidung und Bearbeitung von Betrugsrisiken in Geschäftsprozessen. Dazu werden beispielsweise Transaktionsdaten, Kundendaten, Verhaltensmuster, externe Informationen und definierte Prüfregeln miteinander kombiniert. Auffällige Vorgänge können automatisiert erkannt und abhängig vom ermittelten Risiko freigegeben, abgelehnt oder einer manuellen Prüfung zugeführt werden. Fraud Management verbindet damit präventive Maßnahmen, automatisierte Betrugserkennung und nachgelagerte Analyse zu einem übergreifenden Prozess.
Fraud Prevention umfasst Maßnahmen, mit denen betrügerische Handlungen möglichst verhindert werden, bevor ein finanzieller oder organisatorischer Schaden entsteht. Dazu können Identitäts- und Plausibilitätsprüfungen, regelbasierte Kontrollen, Datenabgleiche, Mustererkennung und Risikobewertungen gehören. Im Unterschied zum umfassenderen Fraud Management konzentriert sich Fraud Prevention besonders auf die vorbeugende Erkennung und Verhinderung verdächtiger Vorgänge. Automatisiertes Decisioning ermöglicht es, entsprechende Prüfungen direkt in digitale Geschäftsprozesse einzubinden.
G
Generative künstliche Intelligenz bezeichnet KI-Systeme, die auf Basis erlernter Strukturen neue Inhalte erzeugen können. Dazu gehören beispielsweise Texte, Zusammenfassungen, Bilder, Programmcode oder strukturierte Informationen. Im Unternehmensumfeld kann generative KI unter anderem für Wissensrecherche, Dokumentenanalyse, Support, Textverarbeitung und die Unterstützung von Geschäftsprozessen eingesetzt werden. Werden unternehmenseigene Daten als Kontext einbezogen, sind insbesondere Datenschutz, Zugriffsrechte, Informationssicherheit und die Kontrolle darüber relevant, welche Daten an ein KI-Modell übermittelt werden.
Georedundanz bezeichnet die räumlich getrennte Auslegung von IT-Systemen, Infrastruktur oder Datenbeständen an mindestens zwei Standorten. Fällt ein Standort beispielsweise durch technische Störungen, Stromausfall oder andere Ereignisse aus, können Systeme und Daten am zweiten Standort weiterhin zur Verfügung stehen oder zur Wiederherstellung genutzt werden. Damit georedundante Konzepte gegen regionale Schadensereignisse wirksam sind, müssen die Standorte ausreichend voneinander getrennt und die erforderlichen technischen Abhängigkeiten berücksichtigt werden. Georedundanz ist ein wichtiger Baustein für Ausfallsicherheit, Business Continuity und Disaster Recovery.
Geschäftsprozessautomatisierung bezeichnet den Einsatz von Software, um wiederkehrende Arbeitsschritte und Abläufe teilweise oder vollständig automatisiert auszuführen. Beispiele sind Datenübernahmen, Prüfungen, Freigaben, Berechnungen, Dokumentenerstellung oder die Weiterleitung von Aufgaben. Regeln, Schnittstellen und Workflow-Systeme sorgen dafür, dass Informationen automatisiert verarbeitet und an den nächsten Prozessschritt übergeben werden. Ziel ist es, manuelle Tätigkeiten und Medienbrüche zu reduzieren, Prozesse zu beschleunigen und eine einheitliche Bearbeitung zu unterstützen.
I
Individualsoftware ist Software, die speziell für die Anforderungen eines bestimmten Unternehmens oder einer Organisation entwickelt oder angepasst wird. Im Unterschied zu standardisierter Software orientieren sich Funktionen, Datenmodelle, Schnittstellen und Geschäftsprozesse stärker an individuellen fachlichen Anforderungen. Individualsoftware eignet sich insbesondere dann, wenn Standardlösungen zentrale Prozesse nicht ausreichend abbilden oder spezielle regulatorische, organisatorische oder technische Anforderungen bestehen. Dabei können auch Standardkomponenten mit individuell entwickelten Funktionen kombiniert werden.
Informationssicherheit umfasst organisatorische und technische Maßnahmen zum Schutz von Informationen vor unberechtigtem Zugriff, Veränderung, Verlust oder Ausfall. Zu ihren grundlegenden Schutzzielen gehören Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Je nach Anwendungsfall kommen beispielsweise Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Netzwerksicherheit, Datensicherung, Monitoring, Notfallmanagement und definierte Sicherheitsprozesse zum Einsatz. Informationssicherheit betrifft nicht nur digitale Daten, sondern Informationen unabhängig von ihrer Form und ist insbesondere in regulierten und geschäftskritischen Umgebungen von zentraler Bedeutung.
IT-Outsourcing bezeichnet die Übertragung bestimmter IT-Aufgaben, Systeme oder Betriebsleistungen an einen externen Dienstleister. Unternehmen können beispielsweise Infrastruktur, Rechenzentrumsbetrieb, Application Management, Support oder einzelne Managed Services auslagern. Der Umfang kann von klar abgegrenzten Leistungen bis zur Übernahme umfangreicher IT-Landschaften reichen. Neben Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit spielen bei der Auswahl eines Outsourcing-Partners insbesondere Informationssicherheit, Datenschutz, Service Level Agreements, Notfallvorsorge sowie regulatorische Anforderungen eine wichtige Rolle.
IT-Risikomanagement umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die aus dem Einsatz von Informationstechnologie entstehen. Dazu zählen beispielsweise Cyberangriffe, Systemausfälle, Datenverlust, fehlerhafte Software, unzureichende Zugriffsrechte oder Abhängigkeiten von IT-Dienstleistern. Unternehmen bewerten mögliche Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten und legen geeignete Schutz-, Kontroll- und Notfallmaßnahmen fest. In regulierten Branchen ist IT-Risikomanagement zudem ein wesentlicher Bestandteil der regulatorischen Anforderungen an eine sichere und widerstandsfähige IT-Organisation.
K
Ein KI-Agent ist ein Softwaresystem, das auf Basis eines vorgegebenen Ziels Aufgaben weitgehend selbstständig planen und ausführen kann. Anders als ein reiner KI-Assistent beschränkt sich ein Agent nicht auf die Beantwortung einzelner Anfragen, sondern kann Arbeitsschritte ableiten, Informationen beschaffen, Entscheidungen innerhalb definierter Grenzen treffen und weitere Systeme oder Werkzeuge einbeziehen. Im Unternehmensumfeld können KI-Agenten beispielsweise Prozesse überwachen, Daten auswerten oder wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Entscheidend sind dabei klar definierte Berechtigungen, Kontrollmechanismen und der sichere Zugriff auf Unternehmensdaten und -systeme.
Ein KI-Assistent ist eine KI-basierte Anwendung, die Menschen bei bestimmten Aufgaben unterstützt und dabei in der Regel auf konkrete Anfragen oder Eingaben reagiert. Typische Einsatzgebiete sind Recherche, Zusammenfassungen, Dokumentenanalyse, Textentwürfe, Wissensabfragen oder die Aufbereitung von Informationen. Im Unternehmensumfeld kann ein KI-Assistent zusätzlich auf freigegebene interne Daten und Dokumente zugreifen und dadurch Antworten im jeweiligen fachlichen Kontext erzeugen. Im Unterschied zu einem KI-Agenten steht beim Assistenten die Unterstützung des Menschen im Vordergrund und weniger die selbstständige Ausführung mehrstufiger Prozesse.
Ein KI-Framework stellt technische Komponenten und Strukturen bereit, mit denen künstliche Intelligenz in Anwendungen und Geschäftsprozesse integriert werden kann. Es kann beispielsweise unterschiedliche KI-Modelle, Unternehmensdaten, Benutzeroberflächen, Berechtigungen und Schnittstellen miteinander verbinden. Unternehmen können dadurch KI-Anwendungen zentral bereitstellen und verschiedene Anwendungsfälle auf einer gemeinsamen technischen Basis umsetzen. Mit execAI bietet EXEC ein KI-Framework, über das unterschiedliche Large Language Models sowie interne Datenquellen angebunden und für KI-Assistenten und KI-Agenten genutzt werden können.
Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Kreditnehmer oder anderer Vertragspartner seinen finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachkommt. Ein Zahlungsausfall kann für den Kreditgeber zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der ausstehenden Forderung führen. Zur Beurteilung des Kreditrisikos werden beispielsweise Bonität, wirtschaftliche Verhältnisse, Zahlungsverhalten, Sicherheiten und weitere Risikomerkmale berücksichtigt. Kreditrisiken werden durch Bonitätsprüfung, Rating, Risikoklassifizierung, laufende Überwachung und geeignete Maßnahmen zur Risikovorsorge gesteuert.
L
Ein Large Language Model, kurz LLM, ist ein KI-Modell, das mit großen Mengen an Text- und anderen Daten trainiert wurde und sprachliche Zusammenhänge statistisch verarbeitet. LLMs können beispielsweise Texte erzeugen, Inhalte zusammenfassen, Fragen beantworten, Informationen strukturieren oder Programmcode erstellen. Für den Unternehmenseinsatz können Sprachmodelle mit freigegebenen internen Informationen und Dokumenten kombiniert werden, um Antworten stärker auf den jeweiligen Unternehmenskontext auszurichten. Neben der Leistungsfähigkeit des Modells sind dabei Datenschutz, Informationssicherheit, Datenstandort, Zugriffsrechte und die Kontrolle über übermittelte Unternehmensdaten wichtige Auswahlkriterien.
M
Managed Services sind dauerhaft vereinbarte IT-Leistungen, die ein spezialisierter Dienstleister für ein Unternehmen übernimmt und nach definierten Leistungs- und Qualitätskriterien erbringt. Dazu können beispielsweise Betrieb und Überwachung von Servern, Netzwerken oder Anwendungen, Patch- und Security-Management, Backup, Support oder Application Management gehören. Im Unterschied zu einer einmaligen IT-Dienstleistung werden Managed Services kontinuierlich erbracht und häufig über Service Level Agreements geregelt. Unternehmen können einzelne Aufgaben als Managed Service beziehen oder größere Teile ihres IT-Betriebs an einen Dienstleister übertragen.
MaRisk steht für Mindestanforderungen an das Risikomanagement. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichten MaRisk konkretisieren Anforderungen an das Risikomanagement von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten in Deutschland. Sie betreffen unter anderem die Organisation des Risikomanagements, interne Kontrollverfahren, Risikosteuerungs- und Controllingprozesse sowie Anforderungen an Auslagerungen. Die MaRisk stehen im Zusammenspiel mit weiteren europäischen und nationalen regulatorischen Vorgaben. Für Institute ist daher jeweils die aktuelle regulatorische Fassung und deren konkreter Anwendungsbereich maßgeblich.
O
On-Premises bezeichnet ein Betriebsmodell, bei dem Software oder IT-Systeme innerhalb einer vom Unternehmen selbst kontrollierten IT-Umgebung betrieben werden. Die erforderlichen Server können sich im eigenen Rechenzentrum oder in einer entsprechend kontrollierten Infrastruktur befinden. Das Unternehmen behält dabei weitreichenden Einfluss auf Betrieb, Datenhaltung, Zugriffe und Sicherheitsmaßnahmen, trägt aber in der Regel auch mehr Verantwortung für Wartung und Administration. On-Premises-Lösungen werden insbesondere dort eingesetzt, wo besondere Anforderungen an Integration, Datenschutz, Informationssicherheit oder regulatorische Kontrolle bestehen.
P
Eine PEP-Prüfung dient der Feststellung, ob eine Person als politisch exponierte Person (PEP) einzustufen ist oder eine relevante Beziehung zu einer solchen Person besteht. PEPs unterliegen aufgrund ihrer herausgehobenen öffentlichen Funktionen im Rahmen der Geldwäscheprävention besonderen Sorgfaltspflichten. Unternehmen und Finanzinstitute gleichen Geschäftspartner deshalb mit entsprechenden Datenquellen ab und berücksichtigen Treffer in ihren Prüfprozessen. Automatisierte PEP-Prüfungen können in Kundenannahme-, Compliance- und Decisioning-Prozesse integriert und regelmäßig wiederholt werden.
R
Ein Rechenzentrum ist eine speziell ausgestattete technische Infrastruktur für den sicheren und zuverlässigen Betrieb von Servern, Speichersystemen, Netzwerken und weiteren IT-Komponenten. Professionelle Rechenzentren verfügen unter anderem über redundante Stromversorgung, Klimatisierung, Brandschutz, physische Zugangskontrollen, Netzwerkanbindungen sowie Systeme zur Überwachung der Infrastruktur. Je nach Schutzbedarf können zusätzlich Georedundanz, Notfallkonzepte und besondere Sicherheitszonen erforderlich sein. EXEC betreibt IT-Systeme und Anwendungen seiner Kunden in Rechenzentren in Deutschland.
Refinanzierung bezeichnet die Beschaffung von Kapital, das ein Unternehmen oder Finanzinstitut zur Finanzierung seines eigenen Geschäfts einsetzt. Im Beteiligungsgeschäft können beispielsweise Beteiligungsengagements teilweise durch Refinanzierungsdarlehen finanziert werden. Dabei kann zwischen globalen Refinanzierungen für einen Bestand von Engagements und einzelfallbezogenen Refinanzierungen unterschieden werden. Spezialisierte Fachsoftware unterstützt bei der Zuordnung von Refinanzierungsmitteln, der Überwachung ihrer Verwendung sowie bei Anforderung, Tilgung und Reporting.
Regressbearbeitung bezeichnet die Verwaltung und Durchsetzung von Rückgriffsansprüchen nach Eintritt eines Schaden- oder Ausfallfalls. Wird beispielsweise eine Bürgschaft in Anspruch genommen, können aus der Zahlung Forderungen gegenüber dem ursprünglichen Schuldner, persönlichen Garanten oder anderen Haftungsträgern entstehen. Die Regressbearbeitung umfasst unter anderem Forderungsverwaltung, Zahlungseingänge, Kosten, Zinsen, Sicherheitenverwertung und die Verteilung von Erlösen auf beteiligte Risikoträger. Für Bürgschaftsbanken ist sie ein wichtiger Bestandteil der Bearbeitung ausgefallener Engagements.
RegTech steht für Regulatory Technology und bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien zur Unterstützung regulatorischer und Compliance-bezogener Prozesse. RegTech-Lösungen können beispielsweise Daten automatisiert prüfen, regulatorische Vorgaben in Workflows integrieren, Transaktionen überwachen oder Sanktionslisten- und PEP-Prüfungen durchführen. Besonders in stark regulierten Branchen wie der Finanzwirtschaft können solche Technologien helfen, umfangreiche Prüf- und Dokumentationsprozesse effizienter und nachvollziehbarer zu gestalten. Die Verantwortung für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben verbleibt dabei bei der jeweiligen Organisation.
Revisionssicherheit beschreibt die Eigenschaft von Daten, Dokumenten und Geschäftsprozessen, so verarbeitet und dokumentiert zu werden, dass relevante Vorgänge nachvollziehbar, überprüfbar und vor unkontrollierten Veränderungen geschützt sind. Dazu können beispielsweise Berechtigungskonzepte, Protokollierung, Historisierung, Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip beitragen. Welche konkreten Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt vom jeweiligen Anwendungsbereich und den maßgeblichen rechtlichen oder regulatorischen Vorgaben ab. Revisionssicherheit ist insbesondere bei rechnungslegungsrelevanten und regulierten Geschäftsprozessen von Bedeutung.
Risk Management beziehungsweise Risikomanagement bezeichnet die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die wirtschaftliche Ziele oder Geschäftsprozesse beeinträchtigen können. Abhängig vom Anwendungsbereich können beispielsweise Kredit-, Ausfall-, Markt-, Betrugs-, operationelle oder IT-Risiken betrachtet werden. Risiken werden anhand geeigneter Daten und Kriterien bewertet und mit definierten Maßnahmen gesteuert. Automatisiertes Decisioning kann das Risk Management unterstützen, indem Informationen aus unterschiedlichen Quellen geprüft und regelbasiert in Risikobewertungen und Entscheidungen einbezogen werden.
Risikoklassifizierung bezeichnet die Einordnung von Kunden, Geschäftspartnern oder Engagements in definierte Risikoklassen. Grundlage können quantitative und qualitative Merkmale wie Bonität, wirtschaftliche Kennzahlen, Ratingergebnisse, Zahlungsverhalten oder weitere Risikofaktoren sein. Durch die Klassifizierung werden unterschiedliche Risiken vergleichbar und können mit festgelegten Prüf-, Überwachungs- oder Entscheidungsprozessen verknüpft werden. In der Finanzwirtschaft dient die Risikoklassifizierung unter anderem als Grundlage für Risikosteuerung, Engagementüberwachung und Risikovorsorge.
Risikovorsorge umfasst Maßnahmen, mit denen erwartete finanzielle Verluste aus bestehenden Risiken angemessen berücksichtigt werden. Im Kredit-, Bürgschafts- und Beteiligungsgeschäft werden dazu Engagements bewertet und erkennbare Ausfallrisiken ermittelt. Abhängig vom jeweiligen Sachverhalt können daraus beispielsweise Einzelwertberichtigungen oder andere Formen der Risikovorsorge resultieren. Fachsoftware kann den Prozess durch Risikoklassifizierung, Engagementbewertung, Berechnungen, Dokumentation und Freigabeverfahren unterstützen.
S
Eine Sanktionslistenprüfung dient dazu festzustellen, ob Personen, Unternehmen oder Organisationen auf geltenden Sanktionslisten geführt werden. Unternehmen gleichen dazu Geschäftspartner und weitere relevante Personen mit entsprechenden Listen ab, um gesetzliche und regulatorische Vorgaben einzuhalten und unzulässige Geschäftsbeziehungen oder Transaktionen zu vermeiden. Sanktionslistenprüfungen können bereits bei der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung sowie regelmäßig während ihres Bestehens durchgeführt werden. Durch automatisierte Prüfprozesse lassen sich Datenabgleich, Trefferbewertung und Dokumentation in bestehende Geschäftsprozesse integrieren.
Secure Mail bezeichnet Verfahren und Systeme für den geschützten Austausch vertraulicher E-Mails, Nachrichten und Dokumente. Dabei kommen je nach Lösung beispielsweise Verschlüsselung, Authentisierung und digitale Signaturen zum Einsatz, um Inhalte vor unberechtigtem Zugriff oder Manipulation zu schützen. Secure-Mail-Systeme können als Webanwendung genutzt oder in bestehende E-Mail-Infrastrukturen integriert werden. EXEC bietet mit sidoku eine Secure-Mail-Lösung für den verschlüsselten Austausch vertraulicher Nachrichten und Dokumente zwischen Unternehmen und ihren Geschäftspartnern.
Ein Service Level Agreement, kurz SLA, ist eine Vereinbarung über die messbare Qualität und den Umfang einer IT-Dienstleistung. Darin können beispielsweise Verfügbarkeit, Reaktions- und Wiederherstellungszeiten, Supportzeiten, Wartungsfenster oder Eskalationsverfahren definiert werden. SLAs schaffen damit nachvollziehbare Kriterien, anhand derer die vereinbarte Leistung eines IT-Dienstleisters beurteilt werden kann. Sie spielen insbesondere bei Managed Services, Application Management, Cloud-Diensten und ausgelagertem IT-Betrieb eine wichtige Rolle.
Software as a Service, kurz SaaS, bezeichnet ein Bereitstellungsmodell, bei dem eine Software zentral betrieben und den Anwendern als Dienst zur Verfügung gestellt wird. Die Anwendung wird typischerweise über das Internet oder eine andere Netzwerkverbindung genutzt, während Betrieb, Wartung und Aktualisierung weitgehend beim Anbieter beziehungsweise IT-Dienstleister liegen. Unternehmen benötigen dadurch keine vollständige eigene Betriebsinfrastruktur für die jeweilige Anwendung. Bei der Auswahl einer SaaS-Lösung sind neben Funktionsumfang und Verfügbarkeit insbesondere Datenschutz, Informationssicherheit, Datenstandort, Integrationsmöglichkeiten und vertragliche Regelungen relevant.
Eine Schnittstelle ermöglicht den strukturierten Austausch von Daten und Funktionen zwischen unterschiedlichen Softwaresystemen. Eine API – Application Programming Interface – ist eine programmierbare Schnittstelle, über die Anwendungen nach definierten Regeln miteinander kommunizieren können. APIs werden beispielsweise genutzt, um Fachsoftware mit Auskunfteien, Dokumentenmanagement, Finanzbuchhaltung, CRM-Systemen, Datenbanken oder KI-Diensten zu verbinden. Gut definierte Schnittstellen sind eine wichtige Voraussetzung für integrierte Geschäftsprozesse und helfen, manuelle Datenübertragungen und Medienbrüche zu vermeiden.
Systemintegration bezeichnet die technische und fachliche Verbindung unterschiedlicher IT-Systeme zu einer zusammenhängenden IT-Landschaft. Dabei werden beispielsweise Fachanwendungen, Datenbanken, Dokumentenmanagement, Finanzbuchhaltung, CRM-Systeme, Cloud-Dienste oder externe Datenquellen über Schnittstellen miteinander verbunden. Ziel ist es, Daten und Prozesse möglichst durchgängig zwischen den beteiligten Systemen auszutauschen. Neben der technischen Anbindung müssen dabei Datenmodelle, Berechtigungen, Prozesslogik, Informationssicherheit und die Verantwortlichkeiten der beteiligten Systeme berücksichtigt werden.
V
Das Vier-Augen-Prinzip ist ein Kontrollverfahren, bei dem ein relevanter Vorgang nicht allein durch eine einzelne Person abschließend bearbeitet oder freigegeben werden kann. Eine zweite berechtigte Person prüft oder bestätigt den Vorgang, bevor er wirksam wird oder ein nachfolgender Prozess ausgeführt werden kann. Das Verfahren dient dazu, Fehler, Manipulationen und unberechtigte Änderungen zu reduzieren und Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen. In Fachsoftware kann das Vier-Augen-Prinzip durch Rollen- und Berechtigungskonzepte sowie elektronische Prüf- und Freigabeworkflows umgesetzt werden.
W
Eine wirtschaftliche Einheit fasst mehrere rechtlich selbstständige oder miteinander verbundene Unternehmen beziehungsweise Personen für eine gemeinsame wirtschaftliche Betrachtung zusammen. In der Finanzwirtschaft kann eine solche Betrachtung erforderlich sein, wenn zwischen Geschäftspartnern wirtschaftliche, gesellschaftsrechtliche oder finanzielle Abhängigkeiten bestehen. Die Zusammenfassung ermöglicht es, Engagements und Risiken nicht ausschließlich auf Ebene eines einzelnen Unternehmens, sondern im Zusammenhang verbundener Geschäftspartner zu analysieren. Die konkrete Abgrenzung einer wirtschaftlichen Einheit richtet sich nach dem jeweiligen fachlichen und regulatorischen Kontext.
Ein Workflow beschreibt eine festgelegte Abfolge von Arbeitsschritten innerhalb eines Geschäftsprozesses. Dabei wird definiert, welche Aufgabe wann, durch wen und unter welchen Voraussetzungen ausgeführt wird und welcher Bearbeitungsschritt anschließend folgt. Workflows können manuelle und automatisierte Tätigkeiten miteinander verbinden und beispielsweise Prüfungen, Freigaben, Berechnungen, Dokumentenerstellung oder Benachrichtigungen steuern. Digitale Workflows helfen, wiederkehrende Prozesse einheitlich abzubilden, Bearbeitungsstände nachvollziehbar zu machen und Medienbrüche zu reduzieren.
Eine Workflow Engine ist eine Softwarekomponente zur automatisierten Steuerung von Geschäftsprozessen. Sie verarbeitet definierte Regeln und Prozessmodelle und bestimmt anhand von Daten, Ereignissen und Bearbeitungsständen, welche Arbeitsschritte als Nächstes ausgeführt werden. Dabei können Benutzeraufgaben, automatisierte Prüfungen, Schnittstellenaufrufe und Entscheidungen miteinander kombiniert werden. Workflow Engines eignen sich insbesondere für strukturierte Prozesse mit wiederkehrenden Abläufen, mehreren Beteiligten und definierten Entscheidungs- oder Freigaberegeln.
Z
Zero Trust ist ein Sicherheitskonzept, bei dem Benutzern, Geräten oder Anwendungen nicht allein aufgrund ihres Standorts innerhalb oder außerhalb eines Unternehmensnetzwerks vertraut wird. Zugriffe werden stattdessen auf Grundlage von Identität, Berechtigung, Gerätestatus, Kontext und weiteren Sicherheitsmerkmalen geprüft. Ein zentrales Prinzip lautet, nur die jeweils erforderlichen Zugriffsrechte zu gewähren und Zugriffe kontinuierlich zu kontrollieren. Zero-Trust-Architekturen kombinieren dafür unter anderem starke Authentisierung, rollenbasierte Berechtigungen, Netzwerksegmentierung, Monitoring und weitere Sicherheitsmechanismen.
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